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Eine Region lernt das Lernen

Hamburger Wochenblatt (Horn/Billstedt; Nr. 28, 12. Juli 2001

HORN/BILLSTEDT/ROTHENBURGSORT (jj). Der Anspruch ist nicht gerade bescheiden: In einem Bildungsnetzwerk soll der Hamburger Osten von Rothenburgsort bis Mümmelmannsberg zusammenrücken – als „Lernende Region“.

Über vierzig Einrichtungen aus Horn, Hamm, Billstedt und Rothenburgsort wollen sich in einem Kooperationsverbund zusammen tun, um eine neue Kultur für lebensbegleitendes Lernen zu entwickeln. Mit einem ersten Ideen-Workshop wurde jetzt dafür der Startschuß gegeben.

Das ehrgeizige Projekt ist im Rahmen des Programms „Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken“ des Bundesbildungsministerium entstanden. Unter der Federführung von Arbeit und Leben Hamburg e.V. beteiligen sich Schulen, Weiterbildungseinrichtungen, Beschäftigungsgesellschaften, soziale und kulturelle Einrichtungen, Stadtteilvereine und viele mehr.

Durch das Netzwerk soll ein Bildungskonzept entstehen, das die gesamte Region abdeckt und die speziellen Bedürfnisse und Interessen der Menschen hier erkennt und bedient. Projektleiter Rüdiger Winter von Arbeit und Leben: „Durch die Zusammenarbeit der Einrichtungen auf Stadtteilebene bekommen wir eine große Nähe zu den Menschen und können die Angebote an das anpassen, was sie wirklich brauchen.“

Indem die vorhandenen Möglichkeiten und Angebote gebündelt werden, werden sie über einzelne Einrichtungen oder Nachbarschaften hinaus zugänglich. Besonders für benachteiligte Bevölkerungsgruppen soll durch Konzept und gute Organisation der Zugang zu Bildungsangeboten erleichert werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Jugendberufshilfe und der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf. Ein anderer auf dem Konzept des lebensbegleitenden Lernen, das zum Beispiel Frauen den Wiedereinstieg in eine Erwerbstätigkeit nach Zeiten der Kindererziehung erleichtern kann. Angedacht sind auch sind auch lokale Lern- und Beratungszentren auf Stadtteilebene.

Rüdiger Winter: „In einer Zeit raschen gesellschaftlichen Wandels kann man heute nicht mehr davon ausgehen, ein Leben lang in einem einmal erlernten Beruf zu arbeiten. Bei vielen Menschen werden Zeiten der Erwerbstätigkeit auch immer wieder von Phasen der Nicht-Erwerbstätigkeit unterbrochen werden. Diese Phasen können für Weiterbildung und berufliche Neuorientierung genutzt werden. Es wird darauf ankommen, immer wieder neu dazuzulernen. Und das will das Netzwerk möglich machen.“

Vorgesehen ist zunächst eine zwölfmonatige Planungsphase zum Aufbau und Konkretisierung des Projektes. Dabei interessiert vor allem, welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten die Menschen, die in der Region leben, eigentlich brauchen – und welche Qualifikationen am Arbeitsmarkt gefragt sind. Anschließend werden die Maßnahmen der beteiligten Einrichtungen aufeinander abgestimmt.

Weitere Teilnehmer sind im „Bildungsnetzwerk Hamburger Osten“ willkommen, Ansprechpartner ist Rüdiger Winter bei Arbeit und Leben DGB/VHS Hamburg e.V., Besenbinderhof 60 in 20097 Hamburg, die Telefonnummer ist 28 40 16 – 23, die Email-Adresse lautet: ruediger.winter@hamburg.arbeitundleben.de

„Bildungsmuffel gibt es nicht“

Hamburger Wochenblatt (Horn/Billstedt; Nr. 39, 27. September 2001)

HAMM/HORN/BILLSTEDT (jj). Neue Wege zum Lernen will das „Bildungsnetzwerk Hamburger Osten“ erschließen: Über vierzig Einrichtungen aus Hamm, Horn, Billstedt und Rothenburgsort schließen sich dafür in einem Verbund zusammen. Unter der Federführung von Arbeit und Leben e.V. beteiligen sich Schulen, Weiterbildungseinrichtungen, Beschäftigungsgesellschaften, soziale und kulturelle Einrichtungen und viele mehr an einer Kooperation, um neue Strukturen und Angebote zu entwickeln, die den Menschen die Möglichkeit geben, sich gemäß ihren Interessen, ihres Gelbbeutels und ihrer Lebenssituation weiter zu bilden.

Nach dem Gründungsworkshop ist nun ein weiterer wichtiger Schritt in der einjährigen Planungsphase getan: Seit Anfang August arbeitet der Sozialpädagoge Heiner Sameisky in einem eigenen Büro im Europa Gästehaus in der Horner Landstraße 85 daran, alle interessierten Einrichtungen in die Kooperation einzubinden. Doch mit einem „Bürojob“ ist es für den 31-jährigen, der am Rauhen Haus seine Ausbildung absolvierte, nicht getan: „Ich werde viel unterwegs sein, um Einrichtungen kennenzulernen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.“ Heiner Sameiskyist davon überzeugt, dass alle Menschen ein Interesse und Spaß daran haben, sich neues Wissen anzueignen: „Ausgekochte Bildungsmuffel, die Qualifizierung und Lernen grundsätzlich ablehnen, gibt es eigentlich nicht. Oftmals stehen ganz praktische Gründe einer Teilnahme im Wege: Der Veranstaltungsort liegt zu weit entfernt, es fehlt an einer Möglichkeit zur Kinderbetreuung, Berufstätige können aufgrund wechselnder Arbeitszeiten keine regelmäßigen Termine wahrnehmen.“ Hier sieht er die Aufgabe des Netzwerkes: Angebote zu entwickeln, die sich an den Bedürfnissen und Lebensumständen der lernenden Menschen orientieren.  „Die bestehende Angebotsstruktur richtet sich überwiegend an den klassischen Nachfragern von Bildung aus“, stellt er fest, „einzelne Anbieter sind mit der Erschließung neuer Zielgruppen nicht zuletzt auch finanziell überfordert. Nur durch eine Kooperation aller Einrichtungen lässt sich unser Vorhaben umsetzen.“

Ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit der Institutionen ist es dabei, die vor Ort lebenden Menschen an Planung und Konzept zu beteiligen: „Solche Angebote entstehen nicht am Reißbrett, sondern nur dann, wenn sich Bildungsanbieter, Nachfrager und Wirtschaftsbetriebe an einen Tisch setzen. Der lokal definierte Ansatz des Bildungsnetzwerks Hamburger Osten stellt hierfür optimale Bedingungen her“, erläutert der Netzwerk-Koordinator.

Im Laufe der kommenden Monate will Heiner Sameisky mit allen Beteiligten ins Gespräch kommen. „Besonders wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen, für die unsere Angebote gedacht sind.“ Mit ihnen möchte er darüber diskutieren, welche Angebote und welche Bedingungen  geschaffen werden müssen, um neue Chancen zum Lernen zu eröffnen.

In den nächsten Wochen werden an unterschiedlichen Orten Diskussionsrunden statt finden, in denen alle zu Wort kommen können sollen. Wer Lust hat daran mitzuwirken und seine Ideen, seine Kritik oder sein Engagement schon jetzt in das Bildungsnetzwerk einzubringen, ist gebeten sich im Koordinationsbüro unter der Telefonnummer 65 90 88 17 bei Heiner Sameisky oder Petra Jiske zu melden.

 
aul